Als Jensen Huang beim All-In Summit in Los Angeles auf offener Bühne den Anruf von Donald Trump entgegennahm, lieferte er in einem Satz die Essenz der aktuellen KI-Debatte: „Wir werden eine KI-Verlangsamung nicht zulassen." Trump hatte zuvor KI-Sicherheitsbedenken als „Hoax" bezeichnet und Rechenzentren als „das Öl der nächsten 20, 25 Jahre" gefeiert – Huang stimmte zu. Fast zeitgleich veröffentlichten die CEOs von OpenAI, Anthropic und Google DeepMind auffällig ähnlich formulierte Rufe nach externen Tests für Frontier-Modelle und einer US-Bundesbehörde für KI-Aufsicht.[b][a][g]
Zwei Lager, ein Geschäftsmodell
Auf den ersten Blick trennt Huang und die Frontier-Lab-CEOs eine tiefe Kluft: hier der Chiphersteller, der jede Bremse fürchtet, dort die Modellentwickler, die öffentlich um Kontrolle bitten. Doch die Interessenlage ist komplexer. Huangs Ablehnung jeder Regulierung hat einen simplen finanziellen Kern: Nvidias Datacenter-Umsatz, das Herzstück des KI-Chipgeschäfts, ist von 14,5 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal des Fiskaljahres 2024 auf 75,2 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal des Fiskaljahres 2027 gewachsen. Jede Regulierung, die das Trainingstempo drosselt, trifft dieses Wachstum direkt an der Wurzel.


