Ein Headset, das teurer wurde, als Valve wollte
Als Valve am 14. September 2026 den Steam Frame vorstellte, kam die eigentliche Nachricht nicht aus der Produktseite, sondern aus einem Nebensatz. Das Unternehmen räumte offiziell ein, dass das Headset teurer geworden sei als ursprünglich geplant – und nannte dafür einen konkreten Grund: „We set out to come out with a device that would have been far more affordable, but the global RAM market, the global storage market have impacted us the same way they've impacted everybody", zitierte The Verge Valve zur Preisbegründung.[a]
Eine konkrete Zahl für den ursprünglich anvisierten Preis nannte Valve nicht. Fest steht nur das Ergebnis: Das Steam Frame startet ab 1.059 US-Dollar beziehungsweise 1.049 Euro für die 256-GB-Variante, wie ComputerBase zum deutschen Marktstart berichtete. The Verge rechnet in seinem Test vor, dass die 1-TB-Version sogar 1.299 Dollar kostet – zwei- bis dreimal so viel wie vergleichbare Standalone-Headsets.[b][e]
Der Preisschock, den kaum jemand kommen sah
Valves Erklärung klingt zunächst nach einer bequemen Ausrede für einen unpopulären Preis. Die Marktdaten stützen sie jedoch. Der Marktforscher TrendForce dokumentiert für das erste Quartal 2026 einen Anstieg konventioneller DRAM-Vertragspreise um 93 bis 98 Prozent gegenüber dem Vorquartal – der stärkste Sprung, den die Branche je verzeichnet hat. Der globale DRAM-Gesamtumsatz kletterte im selben Zeitraum auf 97,05 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 93,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal.[i]
Wie schnell diese Entwicklung kam, zeigt der Blick zurück: Noch im ersten Quartal 2025 lag der globale DRAM-Umsatz bei lediglich 27,01 Milliarden US-Dollar. Bis zum dritten Quartal 2025 war er bereits auf 41,4 Milliarden Dollar gestiegen, während TrendForce für das vierte Quartal einen weiteren Preisanstieg von 45 bis 50 Prozent bei konventionellem DRAM prognostizierte. Innerhalb von rund einem Jahr hat sich der Markt damit fast vervierfacht – ein Tempo, das Analysten noch Ende 2024 für unwahrscheinlich hielten, als TrendForce für 2025 eigentlich sinkende DRAM-Preise erwartete.[k][j]
